Rezension
Messerscharf und fingerfertig
Lars Arvid Brischke legt mit eine leichte acht seinen Debütband vor. (...) Er veröffentlicht seit Jahren seine Gedichte in Zeitschriften - kurz: er ist in der Lyrikszene dermaßen präsent, dass es schon erstaunlich ist, dass der erste Gedichtband so lange auf sich warten lassen hat. Nun, die Wartezeit ist, dank der Lyrikedition 2000, vorüber.
Dem >books on demand<- Format der Lyrikedition 2000 ist es nicht nur zu verdanken, dass fast vergessene Klassiker des 20. Jahrhunderts, wie Helmut Heissenbüttels und Walter Höllerers Debütbände, wieder erhältlich sind. In der Reihe Neue Lyrik werden außerdem Lyriker präsentiert, die bisher kaum in Erscheinung getreten sind. Im Jahresprogramm der Neuerscheinungen, das geprägt ist von Leipziger-Schreibschüler-Debüts, sticht Brischkes Band wohltuend hervor und hält auch für Kenner der Gedichte Brischkes Überraschungen parat. (...) Eine Poesie, in der sich die verschiedensten sprachlichen Schichten und Formen überlagern, um sich gegenseitig hervorzuheben: physikalisches Vokabular, schnodderige Alltagssprache, verschiedene literarische Traditionen vom Dinggedicht bis zur konkreten Poesie oder Sonette.
Berliner Literaturkritik 26.1.2007
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