Rezension
Vektorfeld Natur: Endlosschliefe aus Leib und Leichen
Henning Heske legt mit „Wegintegrale“ einen außergewöhnlichen Gedichtband vor, denn der promovierte Geograf, Germanist und Mathematiker hat eine spannende Symbiose von Poesie und Mathematik geschaffen. Seine Gedichte sind Dechiffrierschlüssel für die optimierte, durchgestylte Welt der Technik. Es ist die filigrane Architektur seiner Gedichte - „mathematische Grundstrukturen mit Tendenz zu harmonischen Proportionen“ heißt es in seinen „Gedichten der Bionik“ - die fasziniert. Der Leser ist nicht gefangen im künstlichen Röhrensystem der Mathematik (…). Heske wagt einen humanen Ausblick hinter die Kulisse aus Datenspeichern und Nano-Automaten; dort gibt es sie noch, die „Endlosschleife (…) (aus) Laub und Leichen“. (…) Seine selbstreflexive Positionierung im Zeitalter der Computertechnologie: „Gott allein genügt - nicht“, beschert spannende Lesemomente.
Thorsten Schulte , literaturkritik.de 1.2.2010
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