Hans Heinrich Eggebrecht (1919–1999), Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Freiburg / Br. und führender Vertreter seines Faches, war als Angehöriger der Wehrmacht am Holocaust an den Juden während des Zweiten Weltkriegs beteiligt. Der junge Musikstudent unterbrach 1939 sein Studium und wurde mit der Feldgendarmerie-Abteilung 683 in den Feldzügen gegen Polen, Frankreich und die Sowjetunion eingesetzt. Diese Ordnungstruppe der Wehrmacht ermordete in enger Zusammenarbeit mit der Einsatzgruppe D der Sicherheitspolizei und des SD im Winter 1941 / 42 mindestens 20.000 Juden auf der Halbinsel Krim. Nach 1945 gelang es Hans Heinrich Eggebrecht seine Vergangenheit zu vertuschen und eine glanzvolle akademische Karriere zu starten.
Das Buch rekonstruiert auf der Grundlage umfangreicher Quellenstudien diese Biografie und leistet damit einen Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte sowie zur Täterforschung im Nationalsozialismus.
Band 3 der Reihe »Beiträge zur Kulturgeschichte der Musik«, herausgegeben von Rebecca Grotjahn. Hier erhalten Sie eine Übersicht über die Reihe.